Wärmebildkamera

Mit einer Wärmebildkamera kann man Temperatur sichtbar machen. Der folgende Artikel erläutert den technischen Hintergrund und die Wichtigkeit für eine Feuerwehr, über eine Wärmebildkamera verfügen zu können, wie seit Anfang 2007 auch die Freiwillige Feuerwehr Puchheim-Bahnhof.


 
 
Die Wärmebildkamera der Freiwilligen Feuerwehr Puchheim-Bahnhof

 
  • Beim Brandeinsatz

  • Eine Wärmebildkamera ist für die Feuerwehr ein mächtiges Werkzeug, das sich nicht nur zum Aufspüren von Glutnestern bei Bränden einsetzen lässt.
    Vorrangig dient die Kamera zur Orientierung von vorgehenden Trupps unter schwerem Atemschutz in verrauchten Räumlichkeiten, um Personen, Sachverhalte und Gegenstände für den Trupp sichtbar zu machen. Da man diese Dinge sonst mühsam ertasten müsste, bedeutet dies in erster Linie Zeitersparnis, da man sofort darauf zugehen kann. So kann ein Atemschutztrupp den mitgeführten Luftvorrat effektiver zur Rettung von Personen nutzen. Da diese schneller entdeckt werden, atmen sie weniger Brandrauch ein, wodurch das Risiko einer schweren Atemwegserkrankung reduziert wird. Die Wahrscheinlichkeit, eine Person lebend zu retten, ist aufgrund dieser Faktoren deutlich höher, als ohne den Einsatz einer Wärmebildkamera.

     
     
    Die Person ist schon ohne Rauch schwer zu erkennen.

     
    Bei Nachlöscharbeiten kann die Kamera dazu verwendet werden, versteckte Glutnester aufzuspüren. So kann der Aufwand für eine Brandwache reduziert werden.
     

    Nachlöscharbeiten: der Angriffstrupp bekommt Informationen über abzulöschende
    Glutnester von dem Feuerwehrmann mit Wärmebildkamera im Hintergrund
  • Inhalt einer Gasflasche

  • Ist der Inhalt einer Gasflasche wärmer oder kälter als die Flasche selbst, so kann die Wärmebildkamera den Füllstand sichtbar machen. Gleichzeitig kann man hiermit frühzeitig die Entstehung einer (exothermen) chemischen Reaktion erkennen und dadurch rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten. Im Beispiel ist eine Reaktion in einem Druckgasbehälter erkennbar!
     
     
     
    Um den Temperaturunterschied besser ablesen zu können, hat diese Kamera ein integriertes Filter, das warme Flächen blau einfärbt. Die Stärke der Einfärbung kann manuell eingestellt werden. Je blauer eine Fläche dargestellt wird, desto wärmer ist sie.
  • Anzahl der Personen in einem Fahrzeug

  • Nach einem Verkehrsunfall können die Insassen unter Schock stehen und sich deshalb vom Unfallfahrzeug entfernen. Um schnell feststellen zu können, ob einer der Insassen fehlt, macht die Wärmebildkamera die zuvor belegten Plätze sichtbar. Falls eine Personensuche eingeleitet werden muss, kann die Kamera besonders in der Dunkelheit unterstützend wirken.
     
     
    Der Fahrersitz war belegt!
  • Einschränkungen

  • Einschränkungen bei der Erfassung des Temperaturbildes gibt es bei Stoffen, die nahezu keine Infrarotstrahlen aussenden können. Das sind zum Beispiel alltägliche Stoffe wie Wasser, Eis, Glas oder auch Lacke. So kann man beispielsweise eine ertrinkende Person nur wahrnehmen, wenn ein Teil des Körpers aus dem Wasser herausschaut.

(Text und Grafik: Andreas Gierstorfer, Fotos: Michael Almstetter)